1. Argumente für die ökologische Bewirtschaftung der Wälder
- naturnaher Wald: in keinem Lebensraumtyp Mitteleuropas leben mehr Tier- und Pflanzenarten
- Erhalten und Fördern der Naturkräfte des Waldes: Wasser filtern und speichern, Luft reinigen, Boden schützen, für ausgeglichenes Klima sorgen
- strukturelle Vielfalt im Wald als Grundlage für Artenreichtum und Lebensräume seltener und gefährdeter Arten
2. Naturkräfte

Wasserspeicher. Laubmischwälder sind anders als Kiefernforste, hervorragende Wasserspeicher. Ihre Kronen lassen deutlich mehr Niederschlagswasser zum Boden hindurch. Das führt einerseits zu einem deutlichen Anstieg der Grundwasserneubildung. Andererseits trägt das gut zersetzbare Laub dazu bei, den Waldboden mit wertvollem Humus anzureichern. Die so entstehende tief reichende Humusschicht speichert Wasser, das auf diese Weise in größeren Mengen in der Landschaft zurückgehalten wird.

Bodenschutz. Ein wichtiger Bestandteil des Bodenschutzes ist die Minimierung von Bodenarbeiten im Forst. Dazu gehören der Verzicht auf Kahlschläge, Düngung und auf in den Mineralboden eingreifende Bodenarbeiten in Form von Pflugstreifen und Mulchen. Um die sensiblen Waldböden zu schonen, wird z.B. bei der Holzernte der Wald ausschließlich auf einem Rückegassen-System befahren.

Achtung, ein Methusalem! In allen mindestens 80 Jahre alten Wäldern des Landes Brandenburg werden fünf Bäume je Hektar ausgewählt und markiert, die nicht gefällt werden. Diese sollen natürlich altern, zerfallen und als Totholz liegen bleiben. Das so genannte "Methusalem-Projekt" trägt zur Erhaltung und Wiederansiedlung einheimischer Flora und Fauna bei, denn vor allem alte und auch tote Bäume bieten Nahrung und Lebensraum für viele seltene Pflanzen und Tiere. Moose und Großpilze, Säugetiere, Vögel und Käfer sind auf Alt- und Totholz (z.B. Höhlen- und Horstbäume) angewiesen. Über 60 % der hier lebenden Käferarten wie Eremit und Heldbock stehen auf der Roten Liste, sind vom Aussterben bedroht. Schwarzspecht und Fledermaus, Schellente und Siebenschläfer brauchen alte, dicke und strukturreiche Bäume zur Brut und Aufzucht ihres Nachwuchses.
Übrigens
Frische Luft. Eine 40 Meter hohe und etwa 200 Jahre alte Rotbuche trägt ca. 200.000 Blätter. Sie ergeben eine Gesamtfläche von 1.200 m². Das entspricht einer Solaranlage mit den Maßen 30 x 40 m. In jedem Blatt läuft die Fotosynthese ab. Hierbei entstehen bei Sonnenlicht im Blattgrün aus den Ausgangsstoffen Kohlendioxid und Wasser die Endprodukte Traubenzucker und Sauerstoff. Eine Rotbuche produziert 5 kg Sauerstoff täglich. Das heißt, sie bildet 20 m³ neue reine Luft am Tag. Dabei entzieht sie der Luft 6 kg vom Treibhausgas Kohlendioxid.






