1. Argumente für die ökologische Bewirtschaftung der Wälder

  • Anteil der Kiefer in Brandenburgs Wäldern heute: 75 Prozent (durch Kahlschlag und Aufforstung schnell nachwachsender Nadelhölzer in der Vergangenheit)
  • Monokultur gefährdet Stabilität der Wälder
  • Umbau der Landeswälder seit 1993, Ziel: stabile strukturreiche Mischwälder mit weitgehend standortgerechter Baumartenvielfalt und wertvollem Holz
  • Nutzen der Gratiskräfte gesunder Wälder: Naturverjüngung, Schäden regulieren und Risiken mindern, Ziel: spürbar sinkende Bewirtschaftungskosten

2. Begriffe der ökologischen Waldwirtschaft


Gratiskräfte. Ein gesunder, stabiler Wald strotzt vor natürlicher Energie und ist zudem wie ein kleines Sparwunder. Er kann aus eigener Kraft Schäden regulieren und Risiken mindern. Das senkt die Bewirtschaftungskosten spürbar. So führt das feuchtere Innenklima der Mischwälder dazu, dass die Waldbrandgefahr sinkt. Auch Schadinsekten, die sich in den großflächigen Kiefernforsten Brandenburgs zahlreich vermehren, finden weniger Nährboden für ihren Kahlfraß. Der Einsatz von Pflanzenschutzmittel bleibt auf ein Minimum begrenzt. Widerstandsfähiger ist der Wald zudem gegen Sturm, Schnee und Hitze.


Naturverjüngung. Naturnahe Wälder verjüngen sich von selbst. Sie produzieren Samen, die für Nachwuchs sorgen. Diese natürliche Verjüngung ist eine wichtige Gratiskraft. Die genetische Vielfalt der standörtlich angepassten Bäume wird so in die nächste Generation übertragen und der natürliche Auswahlprozess genutzt. Kahlschläge mit anschließender künstlicher Neuaufforstung führen hingegen zu einer Kostenexplosion und zu einem nachhaltigen Substanzverlust im Waldökosystem.


Einzelfallprüfung. Holzqualität, Dimension, Gesundheitszustand und die Vermarktungsmöglichkeit bestimmen den wirtschaftlichen Wert eines Baumes. Der ökologische Wert dagegen liegt in seinen zahlreichen Funktionen im Wald: als Kohlenstoff- und Wasserspeicher, als Lärm- und Klimapuffer und als Horst- und Brutplatz. Für jeden Baum entscheidet der Förster nach Abwägung dieser Komponenten, ob, wann und wie er gefällt wird. Ständige Auslese und Förderung der gesündesten, wertvollsten und wuchskräftigsten Bäume kennzeichnen die ökologische Waldwirtschaft. Waldverjüngung, Pflege und Nutzung finden gleichzeitig auf einer Waldfläche statt. Dabei geht Qualität vor Quantität.

Übrigens

Wirtschaftsfaktor. Die gesamte Forst- und Holzwirtschaft beschäftigt in Brandenburg zurzeit etwa 15.000 Menschen. Mit ca. 832,5 Mio. Euro Umsatz besitzt die Säge- und Holzwerkstoffindustrie einen Anteil von etwa fünf Prozent an der gewerblichen Wirtschaft. Zentren der Holzindustrie sind in Baruth, Heiligengrabe und Beeskow.
Risikovorsorge.
Im Jahr 2004 gab das Land Brandenburg allein für die Risikovorsorge etwa 21,60 Euro pro Hektar aus. Das sind ca. 5,9 Mio. Euro für den gesamten Landeswald.

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